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세기전환기 도나우 제국 문학에 나타난 이국주의

Title
세기전환기 도나우 제국 문학에 나타난 이국주의
Authors
목승숙
Issue Date
2003
Department/Major
대학원 독어독문학과
Publisher
이화여자대학교 대학원
Degree
Doctor
Advisors
장미영
Abstract
Die vorliegende Arbeit untersucht Fremdenbilder in der Literatur der Donaumonarchie um 1900 im Lichte des damaligen Exotismusdiskurses mit dem Ziel, durch die Analyse einiger Werke von Hugo von Hofmannsthal, Peter Altenberg und Franz Kafka aufzuzeigen, inwiefern sich der Exotismusdiskurs in der Literatur widerspiegelt. Im einleitenden Kapitel werden die Thematik der Untersuchung vorgestellt und ihre Hintergruende umrissen. Bei der Analyse der Beschreibungen von Fremden hat man prinzipiell mit zwei Problemfeldern zu tun, einmal mit dem Problem von Faelschungen und zum anderen mit der Vorpraegung, die die Beschreibenden sich durch Uebernahme von Leitvorstellungen oder Stereotypen aus ihrer Lektuere oder durch vorangegangene eigene Erfahrungen angeeignet haben. Diese Zusammenhaenge werden durch einige Beispiele belegt. Die erste niedergeschriebene, First-Contact-Szene' der Westeuropaeer mit den Koreanern z.B. stammt von dem niederlaendischen Seemann Hendrick Hamel, der im Auftrag der niederlaendischen Ostindischen Kompanie, VOC, am 10. 01. 1653 eine Exkursion nach Japan unternommen hatte. Er schreibt in seinem Journal van de Ongeluckige Voyage van't jacht de Sperwer, in Anlehnung an Erinnerungen, ueber diese miβglueckte Expeditionsfahrt und seine Gefangenschaft auf der suedkoreanischen Insel Cheju.Dabei berichtet er von Krokodilen, die er in einem Fluβ gesehen zu haben glaubt, obwohl es in Korea niemals Krokodile gegeben hat. Columbus wiederum soll schon vor seiner ersten Reise durch die Lektuere der Buecher von Marco Polo und Jean de Mandeville vieles ueber die fernen Laender, zu denen er einen Seeweg suchen wollte, gewuβt haben. Auch Alexander von Humboldt hat sich bei anderen vorgebildet, er hat naemlich auf seiner Suedamerikareise Georg Forsters Bericht ueber dessen Suedsee-Expedition studiert. Im Anschluβ an diese Ausfuehrungen wird erlaeutert, was unter dem Wort, der Fremde' zu verstehen ist und welches politisch-gesellschaftliche Umfeld bei den Darstellungen zu beruecksichtigen ist. Der Begriff, der Fremde' impliziert sowohl den vertikalen Fremden im Inneren einer Person als Widerspiegelung seiner inneren Unsicherheit als auch den Fremden horizontaler, geographischer Ferne als nostalgische Kompensation fuer den Verlust alter Ideale. Dieser Umstand ruft die Ambivalenz des Fremden als Schreckbild und als Faszinationsbild, das eine Wunschvorstellung darstellt, hervor. Nicht zu vergessen ist dabei, daβ sich die exotischen Sehnsuechte um 1900 unvermeidlich mit der europaeischen kolonialen Expansion und dem Imperialismus verbanden. Die Epoche des Imperialismus (ca. 1880-1918) war u.a. durch die Aufteilung der Welt zwischen den europaeischen Maechten, den USA und Japan gekennzeichnet. Als es 1883 zu schweren kolonialpolitischen Spannungen zwischen den europaeischen Groβmaechten England, Frankreich und Ruβland gekommen war, lieβ Bismarck sich, entgegen seiner frueheren Zurueckhaltung, kurzfristig auf eine aktivere Kolonialpolitik ein, um das Bild Deutschlands als, verspaetete Nation' zu korrigieren. Nach der Entlassung Bismarcks als Reichskanzler im Jahre 1890 betrieb Kaiser Wilhelm II. zur Staerkung des deutschen Nationalbewuβtseins eine imperialistische Kolonialpolitik. Der Imperialismus konnte auch Oesterreich, das deutschsprachige Nachbarland des deutschen Reiches, als Teil Europas nicht unberuehrt lassen. Als Vielv lkerstaat, den die Vision eines transnationalen europaeischen Reiches antrieb, nahm Oesterreich jedoch eine Sonderstellung ein. Aber obwohl es niemals zu den richtigen Kolonialm chten zaehlte, war seine politische und oekonomische Kontrolle ueber Nordafrika stark, was sicherlich auch mit seiner Herrschaft auf dem Balkan zusammenhaengt. Um 1900 war Oesterreich so der viertstaerkste Handelspartner der nordafrikanischen Laender. Wiederum im Zusammenhang mit der langen geographischen Nachbarschaft zur Tuerkei begannen orientalische Studien in Oesterreich schon im 18. Jh. In dieser Tradition kamen der Orientalismus und der Exotismus um 1900 in Wien nochmals in Mode, jetzt allerdings Afrika einschlieβend. Dieses Gebiet hatte im Zusammenhang mit der Kolonialpolitik und durch neue Medien (Panorama, Photographie, Kunstausstellungen, Sammlungen, Museen, Voelkerschauen usw.) erneut die Aufmerksamkeit der Westeuropaeer erregt. Der Exotismus war damals aber von bestimmten Denk-, Wahrnehmungs- und Deutungsmustern gepraegt. Er sah naemlich die nichteuropaeischen Laender mit den Augen des Europaeers. In diesem Zusammenhang erregten die Haltung der westeuropaeischen Intellektuellen, insbesondere derjenigen in der Donaumonarchie um 1900 und deren eurozentrische Aeuβerungen gegenueber den auβereuropaeischen Laendern, besonders den Laendern Afrikas, meine Aufmerksamkeit. Daher scheint es mir interessant zu sein, den Exotismusdiskurs um 1900 und dessen Spuren in den literarischen Texten zu erforschen. Es geht dabei nicht darum, das Motiv des Exotischen in der Literatur der Jahrhundertwende aufzuspueren, sondern darum, den postkolonialen Blick an den Texten zu ueberpruefen und sie in einem kulturwissenschaftlichen Kontext zu lesen. Demnach folgt auf das einleitende Kapitel ein zweigliedriger Hauptteil. Der erste Teil umfaβt die Kapitel 2 und 3, die sich mit dem Exotismus und mit seinem politischen und kulturellen Umfeld um 1900 befassen, und der zweite Teil widmet sich der Werkanalyse. Im zweiten Kapitel wird zunaechst erlaeutert, wie Exotismus zu definieren sei, und dann wird ein Ueberblick ueber den Imperialismus als politische Besonderheit und ueber die Donaumonarchie als kulturelle Besonderheit des Exotismusdiskurses um 1900 gegeben. Im dritten Kapitel werden weiterhin die Auftrittsbedingungen neuer Wahrnehmungen und Erfahrungen von Fremdheit um 1900 beleuchtet. Hier geht es um das Panorama und die Photographie als neue Techniken des Sehens, um Kunstausstellungen, Sammlungen und Museen als Institutionalisierungsorte des Fremden und um die Voelkerschauen als Inszenierung des Fremden. Im Mittelpunkt stehen die Leitvorstellungen ueber die Fremden, die positiv oder negativ sein koennen und der diesen zugrunde liegende Diskurs um 1900. Im zweiten Teil wird danach gefragt, wie innerhalb literarischer Texte mit dem Exotismusdiskurs umgegangen wird. Im vierten Kapitel wird zunaechst das Afrikabild in Reise im noerdlichen Afrika von Hugo von Hofmannsthal analysiert. Das europaeische Bewuβtsein der Ueberlegenheit taucht sogar bei dem angeblichen Kosmopoliten Hofmannsthal auf. Sein Bild von Marokko aendert sich trotz der politischen Ereignisse, vor allem durch Marokkos neue Rolle als Kolonie, nicht wesentlich. Sein Marokkobild ist immer noch das alte, orientalische Bild wie in Tausendundeiner Nacht. Bei Hofmannsthals Interesse am Orient, das im Grunde genommen kaum ueber den damals herrschenden Exotismusdiskurs hinaus geht, geht es - das wird deutlich - nicht eigentlich um den Orient, sondern es diente dem Zweck, die europaeische Idee angesichts des Zusammenbruchs der Donaumonarchie und der alten Ordnung Europas zu erneuern. Im fuenften und sechsten Kapitel werden Ashantee von Peter Altenberg und Ein Bericht fuer eine Akademie von Franz Kafka im Zusammenhang mit den Voelkerschauen von Carl Hagenbeck behandelt. Der romantisch exotisierende Affekt von Altenberg entpuppt sich als nichts anderes als Eskapismus und europaeische Zivilisationskritik in exotischer Verkleidung, denn trotz seiner Kritik an den Vorurteilen der Europaeer, die im Namen der Zivilisation die exotischen Laender unterwarfen, sind die idealisierenden und erotisierenden Stereotypen ueber die Fremden wie, der edle Wilde', der Naturmensch' auch in seinem Werk noch zu finden. Darin ueberschneiden sich Primitivismus und Moderne. Zum Schluβ wird das Fremdenbild bei Franz Kafka untersucht. Die durch die Mimikry seines afrikanischen Affen vorgefuehrte Anpassung an die westeuropaeische Zivilisation erinnert uns an die Assimilation, und in dem Sinne hat Kafka in seinem Menschenaffen das Bild der Minderheit, der Afrikaner und der Juden, projiziert. Sein Rollentausch und die damit verbundene Umkehr des Blicks spiegeln den fremden Blick eines Nichteuropaeers auf Europaeer wider. Dadurch' fordert er strategisch eine kritische Einstellung gegenueber dem kolonialen Blick und dem Rassismus um 1900, der den ,nahen Fremden' in Europa als Zwischenstufe zwischen Tier und Mensch, besonders dem Affen und dem weiβhaeutigen Europaeer definierte. Abschlieβend wird darauf hingewiesen, daβ in dieser Untersuchung aufgrund der notwendigen Beschraenkung auf nur wenige Werke noch kein umfassender Ueberblick ueber den Exotismus in der deutschsprachigen Literatur um 1900 gegeben werden konnte, und daβ die vorgelegten Untersuchungen daher auch nicht als abgeschlossenes wissenschaftliches Produkt gewertet werden sollten, sondern lediglich als ein Versuch, Literatur unter einem bestimmten kulturwissenschaftlichen Aspekt zu betrachten. Dieser Versuch zeigt allerdings, daβ weitere Forschungen zu diesem Themenkreis dringend notwendig sind. ;본 논문은 '세기전환기 도나우 제국 문학에 나타난 이국주의 Exotismus'를 연구대상으로 하여, 세기전환기 이국주의 담론이 문학 작품 내에서 어떤 다양한 양상들로 나타나고 있는지를 밝히는 데 그 목적이 있다. 이를 위해 세기전환기의 세 작가, 후고 폰 호프만스탈과 페터 알텐베르크, 프란츠 카프카의 작품에 나타난 이국상 및 이국인상(異國人像)을 고찰한다. 자국과 다른 이국을 접하고 이에 반응하는 유럽인들의 이국 및 이국인에 대한 시선은 늘 그 시대의 특정 담론으로 덧씌워져 있기 마련이다. 콜럼버스는 자신의 첫 여행 전에 이미 마르코 폴로와 존 만데빌의 저서를 알고 있었다고 하며, 알렉산더 폰 훔볼트 Alexander von Humboldt(1769-1859)는 남미를 여행(1799-1804)할 즈음에 게오르크 포르스터 Georg Forster(1754-1794)의 남태평양 탐험기를 연구했다. 이러한 사실로 미루어 볼 때, 이미 형성된 이국에 대한 담론은 이국과 관련된 전 분야에 어떤 식으로든 영향을 끼칠 수밖에 없어 보인다. 따라서 1900년경 세기전환기 문학 작품에 나타난 이국 묘사를 당시 이국주의 담론과 연관지어 살펴보는 것은 세기전환기 문학에 나타난 이국주의를 논함에 있어서 필수적인 과제이다. 1900년경 세기전환기는 정치적 특수성과 더불어, 새로운 시각매체의 발달과 이국문화의 대중화로 인해 독특한 이국주의 담론이 형성된 시기이다. 정치적, 시대적 특수성 외에도, 위의 세 작가들의 경우 도나우 제국이라는 공간적 특수성은 이국주의 담론의 배경으로서 작용한다. 본 논문에서는 이 시기의 긍정적 혹은 부정적인 이국인에 대한 대표적인 표상과 그 저변에 깔린 이국주의 담론 및 이것이 문학 작품 내에서 어떻게 다루어졌는지를 살펴 본다. 이러한 연구 목표에 도달하기 위해 본 논문은 크게 두 부분으로 구분된다. 우선 제 Ⅱ장에서 이국주의의 정의와 더불어, 세기전환기 이국주의가 등장하게 된 정치적 특수성으로 당시 제국주의의 양상을 살펴보고, 전통과 현대가 공존하는 도나우 제국의 시·공간의 양가적 특수성을 고찰한다. 제 Ⅲ장에서는 세기전환기 이국주의 담론을 등장시킨 문화적 매체로서 사진과 파노라마의 발달과 대중화되고 제도화된 관람 문화, 이국의 '연출'로서의 인종전을 살펴본다. 다음으로 제 Ⅳ장부터는 구체적 작품 분석으로 들어가서 호프만스탈의 『북아프리카 여행 Reise im noerdlichen Afrika』(1925)에 구현된 이국주의 담론의 양상을 고찰한다. 이 과정에서 비교의 예로, 산문 작품인 『귀향자의 편지들 Die Briefe des Zurueckgekehrten』(1907)과 『제 672일째 밤의 동화 Das Maerchen der 672. Nacht』(1895)를 함께 살펴본다. 제 5장과 6장에서는 칼 하겐벡 Carl Hagenbeck(1844-1914)의 '인종전'과 관련시켜, 알텐베르크의 『아샨티 Ashantee』(1897)와 카프카의 『학술원에 드리는 보고 Ein Bericht fuer eine Akademie』(1917)에 나타난 이국인상을 분석한다. 또한 전체적으로 탈식민주의 시각을 적용하여, 이를 통해 이국주의의 시·공간적, 문화적 콘텍스트를 읽어낸다.
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